Kundengewinnung für den Onlineshop Deines Modelabels

Kundengewinnung für den Onlineshop Deines Modelabels

Frau mit Blumenstrauss

Als Modelabel Gründer hast Du wahrscheinlich auch jeden Tag ganz unterschiedliche Aufgaben zu erledigen, oder? Welche stellt Dich dabei vor die größte Herausforderung? Vielen Deiner Mitstreiter fällt das Thema Kundengewinnung am schwersten. Das möchte ich zum Anlass nehmen, um Dir heute ganz viel Input mitzugeben, wie Du neue Kunden gewinnen kannst. Dabei hilft Dir dieser Artikel heute insbesondere dann weiter, wenn Du einen eigenen Onlineshop hast. Los geht’s!

So ziehst Du neue Kunden für den Onlineshop Deines Modelabels an (ohne Marketingbudget)

Auf den ersten Blick scheint ein eigener Onlineshop zunächst die Verkaufsplattform zu sein, über die es am einfachsten ist, Kunden zu gewinnen. Man kann ja den Shop „bequem vom Sofa aus“ betreuen und muss nicht direkt in Ladenmiete und Inventar investieren. So leicht es scheint, ist ein Onlineshop meistens genauso arbeitsintensiv, wenn es ums Verkaufen an sich und die administrativen Prozesse im Hintergrund geht. Eins möchte ich daher vorweg sagen: Auch mit einem Onlineshop solltest Du aktiv verkaufen und nicht auf Kunden warten.

Was heißt das konkret? Wenn Du die folgenden Tipps umsetzt, kannst Du mehr Kunden gewinnen:

 

  1. Steiger Deine Reichweite und ziehe damit Menschen an, die Deine Produkte noch nicht kennen

Gerade wenn Du noch sehr wenig Käufer und Interessenten bisher hattest, ist es wichtig, dass Du Deine Community ausbaust. Aber auch, wenn inzwischen schon jeder in Deinem Freundes-, Bekannten- und Verwandtenkreis Fan Deiner Produkte ist, bzw. Deine Produkte kennt, ist es höchste Zeit, über Deine Grenzen hinaus zu wachsen. Eigentlich ist es für fast jedes Unternehmen, egal wie alt und wie erfolgreich, wichtig, neue Interessenten zu erschließen.

Es ist gut und wichtig, kontinuierlich Deine Sozialen Netzwerke mit aktuellen Inhalten rund um Deine Produkte zu pflegen. Um aber mehr neue Interessenten zu erreichen, solltest Du Deine Produkte gezielt vermarkten. Du bietest Tragetücher für Kinder an? Gibt es zum Beispiel Facebook Gruppen, die sich mit den unterschiedlichen Wickeltechniken beschäftigen? Wenn ja, wie wäre es, wenn Du dort mit Fotos oder einem Video zeigst, welche Techniken sich mit Deinem Tuch umsetzen lassen? In diesem Post solltest Du auf Deine verwendeten Tücher hinweisen. Reine Werbeposts möchte weder ein Gruppenmoderator noch ein möglicher Interessent lesen. Also schaff Mehrwert, in dem Du Dein Produkt in einen ansprechenden Post verpackst. Vielleicht gibt es eine Gruppe, in der sich Interessierte über Bekleidungsproduktion austauschen und Du kannst eine besonders menschen- und umweltfreundliche Fertigung vorstellen. Vielleicht hast Du ein spezielles Geschenke-Set, dass Du in einer Gruppe für Weihnachtsgeschenk-Ideen vorstellen kannst. Und so weiter.

Wenn Du Deine Reichweite aber so richtig explodieren lassen willst, empfehle ich Dir Videos, Presse und Kooperationen.

Es gab mal in einer der zahlreichen Gründergruppen eine Modedesignerin, die alleine dadurch, dass sie Unterstützung gesucht hat und regelmässige Vlogs bei Youtube über Ihr Vorankommen bei der Labelgründung gepostet hat, eine enorme Reichweite aufgebaut hat. Wenn Du nur ab und an zum Beispiel auf Deiner Facebook Seite ein Live-Video zeigst, wird Deine Reichweite besser als bei einem rein schriftlichen Post, da Facebook Videos in seinem Algorhytmus stärker berücksichtigt. Wie wäre es also mal mit einer kleinen online Atelierführung?

Das zweite Ding für richtig viel Reichweite ist Presse. Wenn Du jetzt denkst, dass Du keine Presse für Dich begeistern kannst, weil Dein Label noch winzig ist, hab ich gute Neuigkeiten: Es ist alles eine Frage der Relevanz. Konkret meine ich damit, dass Du eine Publikation mit einer großen Audienz finden musst, die sich für Dein Thema interessiert. Denk bitte nicht nur an die Lokalpresse. Du bietest Yoga-Kleidung an? Welches Sportmagazin ist besonders beliebt? Klassische Herrenmode kann zum Beispiel gut in ein Wirtschaftsmagazin untergebracht werden. Überleg Dir nicht nur, welche Zeitschriften passen könnten, genauso empfehlenswert können TV Sender, Radiosender oder bekannte Podcasts sein. Als nächstes musst Du ein Thema finden, was den Redakteur interessiert. Viele Publikumsmedien bieten zum Saisonwechsel eine Trendvorschau an, die sich natürlich eignet, um Produkte darin unterzubringen. Aber es gibt es noch so viel mehr: Vielleicht hast Du eine spannende Gründerstory? Über Gründerfrauen schreiben viele Medien schon mal gerne, weil es sie einfach selten gibt. Vielleicht kannst Du ein Interview zur Vereinbarkeit von Familie und Selbstständigkeit geben? Als Herrenausstatter kannst Du den Redakteur vielleicht mit Bildmaterial über die „richtige Fliege zum richtigen Einstecktuch“ versorgen. Über Deine ökologische Kindermode freut sich vielleicht ein Familienheft, das in vielen Kitas ausliegt. Du siehst, es gibt viel mehr Möglichkeiten, als nur Deine Produkte zu platzieren. Ein Hinweis zum Schluss: Natürlich sind die Chancen sehr gering, ohne vorherige Veröffentlichungen in die Vogue zu kommen. Genauso hoch sind wahrscheinlich Deine Chancen, als ersten Händler Louisa via Roma zu akquirieren. Wenn Du aber klein (und trotzdem qualitativ) anfängst, kannst Du Dir nach und nach immer mehr Aufmerksamkeit sichern. Und letztendlich bringt Dir jede Presseveröffentlichung neue Interessenten.

Der dritte und letzte Reichweiten-Boost sind Kooperationen. Kooperationen können Partnerschaften zwischen Dir und einem anderen Unternehmen sein – genauso können Kooperationen die Zusammenarbeit mit einem Influencer beinhalten.

Kooperationen bringen Dich der Reichweite Deines Partners näher, deshalb macht es Sinn, sich Partner zu suchen, die schon entsprechend gut Aufmerksamkeit erzielen. Wieso bietest Du als Label für Golfmode nicht ausgewählten Clubs besondere Aktionen oder eine exklusive Live-Modenschau mit direkter Kaufmöglichkeit an? Als Babylabel empfiehlt es sich, viele Eltern über Kitas zu erreichen. Von Jako-o habe ich beispielsweise Bollerwagen in einem Tierpark gefunden. Wie wäre es mit einem Schaukelpferd für Kinderbetreuungen, dass auf Dich verweist? Selbst wenn Du das erstmal „nur“ bei der Kita in Deinem Kiez machst, hast Du regelmässig neue Aufmerksamkeit, weil die Betreuungskinder (und damit Eltern) ja auch wechseln. Im DOB Bereich gibt es inzwischen viele Kooperationen zwischen bekannten Brands und Newcomern, die sich für beide Seiten eignen. Vielleicht kannst Du mit einer lokalen Produktionsstätte einen eigenen Schal als limited edition entwickeln? Selbst wenn Deine Aktionen einen deutlich kleineren Rahmen haben, gewinnst Du Interessenten, die Du vorher nicht hattest. Und nur darauf kommt es letztendlich an.

 

  1. Sorg dafür das Interessenten wieder zurück kommen

Bekanntermaßen kaufen die meisten Menschen insbesondere bei hochpreisigen Produkten nicht direkt beim ersten Besuch. Deshalb ist es wichtig, dass Du Deine Interessenten wieder auf Deine Website lockst.

Anstatt allerdings kostspielige Ads zu schalten, die den Interessenten auf seinen zukünftigen Surftouren durchs Web verfolgen, kümmer Dich aktiv darum, dass Deine Besucher Ihre Emailadresse auf Deiner Seite hinterlassen. Das geht z.B. durch ein Pop Up eines Newslettersystems wie z.B. Mailchimp. Mailchimp ist bis zu einer gewissen Größe kostenlos und leicht durch ein Plugin einzubauen, wenn Du mit WordPress arbeitest. Zusätzlich zu einem Pop Up kannst Du die Anmeldemöglichkeit auch noch auf Deiner Website und/oder Deinem Blog einbauen.

Zwei Dinge sind dabei noch besonders wichtig: Schaff einen guten Anreiz, warum sich ein Interessent in Deine Liste eintragen sollte. Das kann zum Beispiel ein guter Rabatt sein, den der Interessent dann als Code erhält, wenn er sich in Dein Newsletter Formular einträgt. Das könnte auch ein kostenloser, wertiger Schlüsselanhänger zum ersten Taschenkauf sein, den er als Gutschein nach seinem Eintrag in seinem Mailfach vorfindet.

Der zweite Punkt ist – bitte unterschätze nicht die Wichtigkeit, eine Emailliste aufzubauen. Hinterlassen Deine Interessenten Ihre Emailadresse hast Du die Möglichkeit, Ihnen auf relativ unkomplizierte Art und Weise immer wieder Angebote zu unterbreiten. Hättest Du ihre Adresse nicht, müsstest Du viel mehr unternehmen, um genau Deine Interessenten wiederzufinden.

Wenn Du Dir also einmal die Arbeit machst, ein Newsletter-System einzurichten, in Dein Shopsystem zu integrieren und regelmässig News an Deine Interessenten zu versenden, wirst Du Deine Käufe steigern können.

Übrigens kann ein Newsletter auch nicht nur aus Angeboten bestehen – er kann genauso gut zukünftige Produkte vorstellen, einen Herstellweg Deiner Ware begleiten oder einen Tag in Deinem Office abbilden. Du wirst sehen, das Vertrauen Deiner Interessenten wächst und Du kannst sie so viel eher zu einem Kauf hinführen.

 

  1. Führe Deine Käufer aktiv zum Wiederkauf

Hast Du mal einen Interessenten erfolgreich akquiriert und er bestellt Dein Produkt, hört die Arbeit nicht auf. Du könntest zum Beispiel Deinen Käufer einige Wochen nach Deinem Kauf um ein Feedback bitten, ob Deine Laptop-Tasche für ihn genauso wie für Deine anderen Fans ist? Lass dabei auf jeden Fall auch die Möglichkeit offen, Verbesserungsvorschläge einzureichen. Anhand dessen kannst Du Dein Produkt weiter entwickeln und insbesondere, wenn Du nur einen Onlineshop hast, fehlt Dir ja ggf. der direkte und regelmässige Austausch mit den Kunden. Eine andere Alternative ist es, Deinem Kunden ein Angebot (in angemessenem Abstand) für einen Wiederkauf zu machen. Einem Tag nach seinem Kauf wird er wohl nicht gleich wiederkaufen. Drei Monate später schon eher. Früher kannst Du ihm vielleicht das passende Portmonee zu seiner Tasche anbieten? Die dritte Möglichkeit ist also, ein Produkt zu finden, was seinen Kauf ergänzt. Das macht besonders dann Sinn, wenn Du noch wenige Kunden hast und hochpreisige Produkte anbietest. Denn dann hast Du noch Zeit dafür, dem Kunden ein individuelles Produkt zu unterbreiten. Sozusagen das was große Shops automatisiert als Vorschläge lösen.

Zusammengefasst: Bleib in Kontakt mit Deinen Kunden und lass Dir was einfallen. Dann kommt ein guter Teil Deiner Käufer garantiert zurück.

 

Ps. Bitte sorg dafür, dass wenn ein Interessent zu Dir findet, dass er dann auch tatsächlich kaufen kann. Bevor Du mit Deinen Verkaufsaktivitäten startest, solltest Du den ganzen Verkaufsprozess mit Deinen Produkten durchgetestet haben.

Hat Dir mein Artikel geholfen oder hast Du noch Fragen? Per Kommentar oder Email kannst Du gerne hinterlassen, was Dich beschäftigt. Wenn Du Dich mit Gleichgesinnten austauschen willst, komm gerne in meine Facebook Gruppe. Ich freue mich auf Dich.

 

 Photo by zhou yu on Unsplash

 

2 Antworten

  1. Vielen Dank für die tollen, knackigen Tipps! Liebe Grüße, Susanne

  2. Judith sagt:

    Hallo Susanne,

    danke für Dein Feedback. Ich freue mich sehr, wenn Dir die Tipps weiterhelfen.

    Liebe Grüße
    Judith

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