Interview mit Lars Bobach – Selbstmanagement-Experte

Interview mit Lars Bobach – Selbstmanagement-Experte

Lars Bobach

Lars Bobach ist einerseits Unternehmer mit mehreren eigenen Unternehmen, andererseits der Kopf hinter DER deutschen gleichnamigen Selbstmanagement-Plattform: Lars Bobach. Noch während meines Studiums bin ich auf ihn aufmerksam geworden, als ich zum papierlosen Büro recherchiert habe. Es folgten immer mehr Content rund um das Thema Selbstmanagement, digitale Tools, Tech und papierloses Büro. Besonders gut gefällt mir bei Lars, dass es nicht um bunte Klebezettel oder Organisationstipps für Kreative geht. Bei Lars erfährt man viel mehr, wie man sich produktiv in digitalen Zeiten aufstellt. Zum Jahresanfang hast Du Dir vielleicht auch Ziele für 2018 gesetzt. Wenn Du wissen willst, wie Du sie erreichst und Tipps für Deine Organisation möchtest, dann findest Du im Interview sicher eine Fülle von Anregungen. Los geht’s…

Hallo Lars, danke dass Du Dich für ein Interview bereit erklärt hast. Ich folge Dir schon seit mehreren Jahren und bin dank Deinen konkreten Tipps immer organisierter und produktiver geworden. Ich denke, dass meine Leser aus dem Interview jede Menge mitnehmen können, weil man mit einem eigenen Modelabel täglich so unterschiedliche Aufgabenbereiche zu erledigen hat, dass man sich leicht verzettelt.
Was ist denn aus Deiner Sicht der beste Einstieg ins Thema Selbstmanagement / Produktivität, bzw. wie sieht Deiner Empfehlung nach ein optimaler Start aus, wenn man organisierter und produktiver werden will?

Starten geht am besten übers Ziele setzen. Für sein Leben, sein Geschäft, sein Modelabel. Nur dann weißt Du ja, wohin Du willst. Wichtig ist auch, die Ziele messbar zu machen, damit Du überprüfen kannst, ob Du Deinen Zielen näher kommst und fokussiert arbeitest.

Woran merke ich eigentlich, ob und wie produktiv ich bin? Gibt es aus Deiner Sicht eine Art Messlatte, mit der ich das feststellen kann?

Auch da kommt’s wieder drauf an – kommst Du Deinen Zielen näher? Empfehlung: Mach jeden Tag eine wichtige Aufgabe. Ich mache die Aufgabe immer morgens als Erstes, so stelle ich sicher, dass die wichtigste Aufgabe, die mich meinen Zielen näher bringt, an diesem Tag auf jeden Fall erledigt wurde.

Du bist ja nicht produktiv, wenn Du nur mehr Angebote schreibst oder mehr von anderen Aufgaben machst. Wichtig ist nicht, viel zu tun, sondern das Richtige.

Thema Prioritäten: Wie finde ich heraus, was meine Prioritäten sind bzw. sein sollten?

Um Deine Prioritäten herauszufinden empfehle ich Dir, Deine Ziele zu setzen. Ich mache das zum Beispiel mit meinem Selbstmanagement-Board. Damit setze ich mir Ziele für alle Bereiche meines Lebens, privat und beruflich. Für jedes Ziel legst Du Zwischenschritte und Aufgaben fest. Die Aufgaben zur Zielerreichung bearbeitest Du dann mit höchster Priorität.

Sind die Aufgaben, die Du gerade bearbeitest, dringend oder wichtig? Es gibt ja die Eisenhower-Matrix, die Aufgaben nach dringend und wichtig, wichtig, dringend und keins von beidem aufteilt. Die höchste Priorität sollten Aufgaben haben, die dringend und wichtig sind, danach wichtige Aufgaben und zuletzt todos, die nur dringend sind.

Damit stellst Du sicher, dass auch wichtige Aufgaben, die nicht dringend sind, bearbeitet werden. Zum Beispiel ist Deine Gesundheit, wenn Du nicht krank bist, nie dringend, aber wichtig.

Um voran zu kommen, empfehle ich Dir unbedingt, Deine Woche zu planen und pro Tag die wichtigste Aufgabe des Tages zu erledigen.

Wenn ich keine Ahnung habe, wie viel ich realistisch pro Tag schaffen kann, wie viele Aufgaben soll ich mir auf jeden Tag legen?

Da gibt es keine generelle Antwort. Ich plane zum Beispiel meine Aufgaben auch nie mit Uhrzeiten, das ist mir zu viel Planerei. Ich vergebe meinen Aufgaben immer Prioritäten, die ich dann der Reihenfolge nach erledige. Und je mehr man plant, desto sicherer wird man, wie viel man sich pro Tag eigentlich vornehmen kann.

Und gerade als Modedesigner sollte man Kreativität zulassen, also flexibel sein. Wenn man gerade gute Ideen hat, dann kann man Aufgaben auch mal umplanen.

Was machst Du in sehr stressigen Zeiten, wenn die Aufgaben Dich praktisch überfluten und Du pro Tag gefühlte hundert Termine hast? Welche Tipps hast Du, damit man einen klaren Kopf behält und nicht ins Hamsterrad gerät?

Solche Zeiten kennen alle Unternehmer. In so einem Fall empfehle ich Dir, fass jede Aufgabe möglichst nur einmal an. Also nicht die Email erst beim dritten lesen beantworten, besser angucken, und direkt beantworten. Wenn das nicht möglich ist, leg Dir ein todo für die Email an.

Alles was maximal 2 Minuten dauert, kannst Du sofort erledigen. Fass die Dinge nicht 10x an. Und nimm Dir immer Zeit für die Planung, auch in stressigen Zeiten, damit Du den Überblick behältst.

Auch wichtig: Lass Dir nicht von Deinen Emails den Tagesablauf diktieren. Setz Dir feste Zeitfenster zur Emailbeantwortung und bewerte, ob eine Aufgabe wirklich so dringend ist, wie der Absender das vorgibt.

Auch in stressigen Zeiten solltest Du Deine MDD-Aufgabe, die wichtigste Aufgabe des Tages nicht vergessen.

Welche(n) Artikel kannst Du mir besonders für Einsteiger im Thema Selbstmanagement ans Herz legen?

Da empfehle ich Dir mein E-Book zum Thema Selbstmanagement. Du kannst es hier runterladen.

 


Hier siehst Du, wie minimalistisches Arbeiten aussehen kann: Lars’s Arbeitsplatz

 

Dein Blog richtet sich ja nicht nur an Organisationsfreaks und solche, die es werden wollen, sondern Dein ursprüngliches Thema war das „papierlose Büro“, worüber ich auch zu Dir gefunden habe. Was ist das und wo liegt der Reiz, ein papierloses Büro zu haben?

Ich sehe Papierberge als Last an. Oft habe ich Sachen gesucht und nicht gefunden. Auf der Suche nach Struktur habe ich mich mit den papierlosen Büro beschäftigt. Nahezu papierlos zu arbeiten gibt mir ein schwereloses Gefühl, mein Kopf wird dadurch frei. Und das Beste: Ich finde alles wieder.

2018: Auf jedem Blog und von jedem Unternehmer höre ich das Stichwort „Jahresplanung“. Ich habe trotz mehrstündiger Recherche kein befriedigendes Ergebnis gefunden, was eine gute Jahresplanung beinhaltet, sprich wie detailliert oder nicht sie eben sein sollte, und wie man sie überhaupt aufsetzt. Hast Du dazu Tipps oder planst Du gar noch eine ausführliche Podcast-Folge?

Am 12.12.2017 kam bei meinem Podcast eine Episode über Barbaras und meine Ziele. (Anmerk. Der Redaktion: Barbara ist Lars Interviewpartnerin in seinem Podcast)

Ich lege meine Ziele (nicht nur zum Jahresende) mit dem Selbstmanagement-Board fest.

Bei Instagram habe ich Deine Bilder mit der Mastermind-Gruppe gesehen. Worin liegt für Dich der Reiz einer Mastermind-Gruppe und wie findet man überhaupt eine?

Ich habe sogar zwei Mastermind Gruppen. Das kommt daher, dass ich mich gerne mit Gleichgesinnten austausche und mit Leuten umgebe, die ein ähnliches Mindset haben. Für mich liegt der Reiz darin, sich offen und transparent mit anderen Unternehmern über seine aktuellen Herausforderungen und Probleme austauschen zu können.
Bei mir ging die Suche durch das Franchise System sehr einfach. Ich empfehle Dir, nach Unternehmern zu suchen, die eine ähnliche Herangehensweise haben.
Wichtig ist innerhalb einer Mastermind aus meiner Sicht, dass man gegenseitig eine wertschätzende Haltung vertritt. Ich habe Masterminds jedenfalls immer als sehr hilfreich kennengelernt.

Und zum Schluss ganz im Sinne Deines Podcasts: Was sind Deine besten Tools, mit denen ich jetzt sofort die ersten Schritte in Richtung organisierter Unternehmensalltag und produktives Arbeiten machen kann?

  1. Evernote als digitale Ablage
  2. todoist ist als Taskmanager, todo-Liste
  3. meistertask als Kanban-System für die Projektsteuerung und –abwicklung
  4. spark als Emailapp

Danke für’s Interview, lieber Lars!

 

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